Kindern Gott zeigen - Wie gelingt christliche Erziehung heute?



Es gibt manchmal Phasen als Mutter, in denen ich das Gefühl habe, dass jeder Versuch meinen Kindern Gott nahe zu bringen fehlgeschlagen hat. Ständiger Streit, alle paar Minuten ein Weinen oder Ignorieren meiner Aufforderung lassen mich dann erschöpft und mutlos fühlen.

Die heutige Tageslosung aus Psalm 71 und dem 2. Brief des Timotheus hat mich da Aufhorchen lassen und passt perfekt zum Thema.

Sie lauten:

Psalm 71,17 : "Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder."

2. Timotheus 3,14-16 :"Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du weißt ja, von wem du gelernt hast und dass du von Kind auf die Heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus. Denn alle Schrift, von Gott gegeben ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in Gerechtigkeit."

Diese Verse geben den Eindruck, dass ein Mensch gläubig wird, wenn er seit seiner Kindheit mit den Worten der Bibel vertraut ist. Und da frage ich mich: Kann ich Glauben wirklich anerziehen?

Was bedeutet es heute "gottesfürchtig", gläubig zu sein?

Ich verstehe darunter, dass jemand zunächst an Gott glaubt, dass er seinem Wort, der Bibel, vertraut und dass er nach dem Willen Gottes leben möchte. Dazu betet er regelmäßig und sucht damit die Gemeinschaft mit Gott. Er fragt danach, die Worte der Bibel richtig zu verstehen und für sich anzuwenden. 

Es geht also nicht um Angst vor Gott, sondern um eine Ehrfurcht vor seiner Allmacht. Und um Liebe für seine Werke, die er an uns getan hat, und für das Geschenk, dass er uns mit Jesus gemacht hat. Wir können Gott damit als sicheren Hafen für uns und auch für unsere Kinder betrachten.

Drei Säulen in der christlichen Erziehung

Bekannterweise saugen Kinder alles wie ein Schwamm auf. Dabei wird nicht zwischen gut und schlecht gefiltert. Dafür sind wir Eltern zuständig. Es ist primär unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Kinder ein anständiges Verhalten lernen und ihnen deutlich zu machen, was richtig und was falsch ist. 2. Timotheus 3, 14-16 sagt uns, dass die Bibel dazu als eine Art Ratgeber dienen kann.

Vorbild sein, statt nur belehren

Da Kinder alles aufsaugen, heißt das auch, dass sie sich vieles abgucken. Umso bedeutender ist es, selbst als Eltern die Bibel als Grundlage für den eigenen Lebenswandel zu nehmen und bereit zu sein, uns selbst noch von Gott bessern zu lassen. Das bedeutet für Eltern regelmäßige Reflektion des eigenen Verhaltens und abgleichen mit der Bibel. Was entspricht dem Willen Gottes und was nicht? Wo muss ich Gott um Hilfe bitten, um meine Denk- und Verhaltensweisen neu auszurichten? Denn wie oft beobachten wir an unseren Kindern ein Verhalten, dass wir von uns selbst kennen (auch unliebsames)?

Den Alltag mit Gott verweben

Grundlagen, die in der Kindheit gelegt werden, wirken sich bis ins Erwachsenenalter aus, das bestätigen die Verse der Tageslosung. Je älter wir werden, umso schwieriger ist es, Gewohnheiten zu ändern oder Neues zu lernen. (Ich frage mich daher manchmal auch, ob mir ein Leben nach Gottes Willen leichter fallen würde, wenn ich verschiedene Rituale von klein auf erlebt hätte. Ich selbst bin deutlich von weltlichen Werten geprägt worden, auch wenn ich inzwischen vieles davon kritisch betrachte.)

Um Gott für Kinder lebendig zu machen, versuchen wir Tischgebete einzubringen oder kleine Abendrituale. Solche Rituale kann zum Beispiel das Vorlesen einer Geschichte aus der Kinderbibel sein oder ein kleines Gebet vor dem Schlafen. Alternativ zu der Geschichte schauen wir auch gern eine Kinderserie namens "Superbuch", in der verschiedene Geschichten aus der Bibel passend zu Alltagssituationen erzählt werden.

Daneben erinnern wir auch immer wieder an das Wunder der Schöpfung, wenn wir draußen in der Natur sind und allerlei tolle Pflanzen und Tiere entdecken.

Du kannst sicher auch noch vielmehr umsetzen, wie etwa Morgenandachten, Verse zu lernen oder natürlich Gottesdienste zu besuchen, aber das geht bei uns im Alltag leider oft unter.

Freiraum für Fragen lassen

Die Bibel ist oft schwer zu verstehen und manchmal können auch wir Erwachsene gar nicht fassen, dass eine Geschichte tatsächlich so geschehen sein soll. Umso mehr kommen natürlich auch bei den Kindern Fragen oder gar Zweifel auf. Nehmt euch die Zeit, gemeinsam Antworten zu finden. Fragt zum Beispiel bei anderen Christen nach, die sich schon länger mit der Bibel befassen oder sucht im Internet nach Begriffsklärungen. Ihr könnt auch erklären, wie die Bibel euch schon in so manchen Situationen geholfen hat, um die Anwendung zu verdeutlichen.

Wenn Kinder eigene Wege gehen

Auch bei Eltern, die recht vorbildhaft nach der Bibel leben, gibt es keine Garantie, dass Kinder später gottesfürchtig leben. Seit die Sünde in die Welt gekommen ist, wird auch jeder Mensch als Sünder geboren und neigt dazu, zu sündhaftem, falschem Verhalten verführt zu werden. Und da Gott jedem einen freien Willen verliehen hat, kann auch jeder frei entscheiden, ob er mit Gott leben möchte oder nicht.

Glücklicherweise ist der Zugang zu Gott jederzeit möglich und vor allem eine persönliche Entscheidung. Auch wenn sich jemand zwischenzeitlich von Gott abkehrt, ist er willkommen umzukehren und Gott für das Fehlverhalten um Vergebung zu bitten. Mich selbst hat es erst als Erwachsene zu Gott hingezogen und ich begann mich mit der Bibel zu beschäftigen. Je mehr ich darüber wusste, umso mehr war ich überzeugt und ich entschied mich, daran zu glauben und auf Gott zu vertrauen. Und ich erkannte, dass ich so manches Verhalten hatte und habe, dass nicht Gottes Willen entspricht. 

Das klingt nach viel Arbeit, wenn ich als Mutter ein gutes Vorbild für meine Kinder sein möchte.

Wie zuvor erwähnt, ist es zwar schwieriger schlechte Verhaltensweisen als Erwachsener zu ändern, aber nicht unmöglich. Mit dem Glauben an Gott und Jesus haben wir auch den heiligen Geist an unserer Seite, der dafür sorgt, dass wir nach und nach von innen heraus erneuert werden und merken, wenn unser Handeln nicht Gottes Willen entspricht.

Römer 12,2 :"Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf das ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene."

Gleichzeitig zeigt uns das auch, dass wir für die Zukunft und den Erziehungserfolg an unseren Kindern immer Hoffnung haben können. Irgendetwas von dem, was wir ihnen von Gott zeigen, bleibt in ihren Herzen hängen. Auch wenn wir oft Situationen sehen, in denen wir das kaum glauben können. Und auch, wenn wir manches scheinbar falsch gemacht haben. In einigen Jahren können wir sicher Dinge bei den Kindern erkennen, die wir richtig gemacht haben.

Selbst nach einer Zeit ohne Gott können wir gewiss sein, dass Gott jederzeit eine Änderung bewirken kann. Dafür können Eltern auch beten, wenn Kinder bereits erwachsen sind. 

Fazit

Ich selbst wünsche mir natürlich auch, dass meine Kinder sich später bewusst für Gott entscheiden, erzwingen kann ich es jedoch nicht. Ich kann nur gute Grundlagen geben und beten. Beten für weises Handeln in schweren Situationen. Beten für ganz viel Liebe und Geduld. Beten, um ein gutes Vorbild zu sein und dafür, dass Gott sie auf ihrem Weg begleitet und sie immer wieder in die richtige Richtung bringt. 

Und das kannst du auch.

Sei gesegnet.

 

 

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