Gott als Tröster: Wenn neues Leben zu früh endet - Fehlgeburt

traurige Frau


Die Wunder des Lebens sind eine einzigartige Kreation von Gott. Doch seit dem Sündenfall gehören zu unserem Leben Tod und Trauer dazu. Trotzdem meiden die meisten das Thema. Ich selbst bin nah am Wasser gebaut und weine bei jeder Sendung, in der jemand stirbt. Oder kriege feuchte Augen, wenn ich dran denke, dass jemandem aus meiner Familie etwas geschehen könnte.

Tabuthema Fehlgeburt

Vor einiger Zeit erlebte ich meine zweite Fehlgeburt - genau genommen den Tod eines kleinen Menschleins, dass Gott zu uns schicken wollte. Beide Male war es sehr zeitig, noch vor der Bestätigungsuntersuchung beim Arzt. Ich wusste nur durch einen Test, dass ich schwanger war und es fühlte sich noch gar nicht richtig real an. 

In den Tagen der Fehlgeburt habe ich ein paar Gedanken aufgeschrieben, die ich hier teilen möchte. Für manch einen klingt es vielleicht zu wenig traurig. Im Vergleich dazu weinte ich nach dem Tod meiner Oma vor 9 Jahren wochenlang und auch jetzt noch ab und zu.

Doch es beschäftigt(e) mich sehr. Ich kann Frauen sehr verstehen, die vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt eine Fehlgeburt hatten und darüber sehr geweint haben. Oder Frauen, die bislang mit Kinderlosigkeit kämpfen und für die eine Welt zusammen bricht, wenn es plötzlich doch endet. 

Ich erinnere mich noch, als ich mit meiner Tochter schwanger war. In der 9. SSW hatte ich plötzlich eine Blutung- ein riesen Schock! Zu diesem Zeitpunkt war es für mich schon viel realer, dass da etwas wächst. Ich fuhr sofort ins Krankenhaus und wie sich herausstellte war es zum Glück nur ein Bluterguss. Doch die Ärztin meinte damals, dass das Kind vielleicht auch abgehen könnte. Zum Glück war es nicht so und ich bin  froh, dass ich sie habe.

Über Fehlgeburten sprechen Frauen nicht gern, vielleicht aus Scham? Scham, dass man "sowas Einfaches wie Kinderkriegen" nicht kann? Auch wenn es ein Tabuthema ist, denke ich, dass es nicht sooo ungewöhnlich ist.

Ich habe inzwischen 4 Kinder, für die ich sehr dankbar bin. Und auch wenn ich auf Gott vertraue, so muss ich mich dennoch immer erst an den Gedanken gewöhnen, schwanger zu sein, da es viele Veränderungen mit sich bringt. Dennoch habe ich bei jeder Schwangerschaft ab und zu geprüft, ob eine Blutung eingetreten ist- nur zur Sicherheit.

Meine Kinder brauchen mich und ich kann nicht einfach tage- oder wochenlang vor mich hintrauern. Was mir hilft, ist die Kraft Gottes, um die Situation zu reflektieren. 

"Ich bin allem gewachsen durch den, der mich stark macht." (Philipper 4,13)

Mit meinem Beitrag möchte ich deutlich machen, dass es kein richtig oder falsch gibt, wie Frauen mit einer Fehlgeburt umgehen. Und ich möchte dazu einladen, den Blick grade in dieser Situation zu Gott lenken und darauf, was er in einer so traurigen Situation letztlich positives in uns bewirken kann in Hinsicht unseres Glaubens.

Gedanken während der Fehlgeburt

Ich liege nachts im Bett mit meinem Jüngsten neben mir und mache mir Gedanken über meine Fehlgeburt, die ich grade erlebe. Und beschließe das aufzuschreiben, denn das hilft mir, Gedanken zu sortieren.


Wir sind uns als gläubige Christen einig darüber, dass Gott unsere Familienplanung steuern soll, wie er es für richtig hält. Letzten Monat konnten wir mehrere Gelegenheiten nutzen, um Spaß zu haben. Dann wartete ich auf meine Periode. Die kam nicht. Und mit dieser Gewissheit kam die Erkenntnis, dass ein weiteres Baby unterwegs ist. Mein fünftes und unser viertes gemeinsames Kind. 

Doch anstatt uns zu freuen, war die Stimmung zunächst gedrückt. Einerseits war mein Partner erkältet und fühlte sich nicht fit, andererseits kam Unsicherheit auf, ob wir noch ein Kind schaffen. Denn die großen Jungs streiten derzeit oft und alle brauchen ihre Aufmerksamkeit.

In meiner Wut über das blöde Verhalten meines Partners habe ich ihm sogar an den Kopf geknallt, dass es vielleicht wieder eine Fehlgeburt wird, wie vor unserem letzten Kind, und er sich dann freuen könne. Das war hart und dumm von mir. Und es tut mir sehr leid. Bitte vergib mir Gott!

Ich vereinbarte einen Termin beim Frauenarzt für eine erste Untersuchung und Bestätigung der Schwangerschaft. Mit näher rückendem Termin gewöhnten wir uns allmählich an den Gedanken ein weiteres Kind zu haben. Mein Partner begann Namen irgendwelcher MotoGP Fahrer vorzuschlagen. Wir nutzten die erste sommerliche Hitze und gingen schwimmen.

Dann bemerkte ich eine Schmierblutung und machte mir Sorgen. Ich betete zu Gott. Ich sagte ihm, dass ich das Gefühl habe, dass das auf eine Fehlgeburt hindeute. Denn ich hatte das schon einmal. Ich entschuldigte mich für meine Zweifel und dass ich weiß, dass Kinder ein Geschenk Gottes sind. Erst neulich hatte ich darüber einen Blogartikel geschrieben. Ich bat Gott um Kraft, egal wie es weiterlaufen sollte.

Ich erzählte meinem Partner von der leichten Färbung und davon, dass es nach meinem Gefühl vielleicht eine Fehlgeburt wird. Er schaute traurig. Doch erstmal abwarten. Zwei Tage später spürte ich ein Ziehen und die Blutung wurde stärker. Es war nun klar, dass Gott entschieden hatte, mit einem weiteren Baby für uns zu warten.

Ich sagte meinem Partner was passiert und es tat ihm leid, denn so langsam war Freude aufgekommen. Ich war auch traurig, doch ich musste auch für meine anderen Kinder da sein. Die wussten bisher noch nichts davon, denn der bestätigende Arzttermin war noch nicht. Aber ich sagte ihnen, dass ich eine Blutung bekommen hatte und es mir nicht so gut geht.

Da ich auf Gott vertraue, weiß ich, dass er das Richtige tut. Vielleicht sah er, dass wir uns noch ein bisschen weiterentwickeln müssen. Vielleicht war das neu entstandene Baby nicht gesund und konnte sich nicht weiterentwickeln. Vielleicht wollte Gott uns auch dran erinnern, dass er letztlich die Macht über alles hat. Er kann uns Leben geben und nehmen. Vielleicht wollte er uns daran erinnern, dass Kinder ein Segen sind und nicht selbstverständlich.

Wie oft erleben wir den turbulenten Alltag und ärgern uns über das schlechte Verhalten der Kinder? Wie oft verhalten wir uns nicht nach Gottes Vorbild bei der Erziehung?

Ich finde, eine Fehlgeburt erinnert uns an all diese Dinge, die wir im Alltag zu schnell vergessen. Und auch wenn es traurig ist, nutzt Gott diesen Umstand vielleicht, um uns ein paar Lektionen zu lehren.

Mir ist bewusst, dass es Frauen gibt, die wesentlich mehr Probleme haben, um Kinder zu bekommen. Die jahrelang warten müssen und die gedämpfte Stimmung zu Beginn nicht nachvollziehen können. Ich verstehe auch Frauen, die sich fragen, ob am Lebenswandel etwas falsch war: zu viel Stress? Zu viel Anstrengung? Falsche Ernährung?

Doch auch da nutzt Gott die Umstände, um etwas zu lehren und den Glauben zu stärken.

Und ich glaube er gibt uns damit vor allem Gelegenheit, um zu erkennen, wie wertvoll Kinder für uns sind.

Bibelverse, die Trost spenden


Das war nun also meine Geschichte mit meinen Gedanken. 

In Zeiten "akuter" Trauer haben mir einige Bibelverse geholfen, die Traurigkeit besser zu verarbeiten und nach vorn zu schauen. 

„Der Herr ist denen nahe, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.“ (Psalm 34,19)


„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ (Jesaja 66,13)


„Er wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid, keine Klage und keine Schmerzen.“ (Offenbarung 21,4)


„Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.“ (Psalm 147,3)

"Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“(Psalm 23,4)


„Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.“ (Matthäus 5,4)

„Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt!“ (Hiob 1,21)

"Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; .. "(Prediger 3, 1-4)

Wenn du das auch brauchst, kannst du sie aufschreiben und zum Beispiel, in deinen Kalender legen, an dein Bett, an den Spiegel oder wo du es sonst passend findest. Bei Bedarf kannst du dann immer nachlesen und findest hoffentlich Trost in deiner Trauer.

Seid gesegnet!

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